Die grünen Schuhe

imageDas neue Projekt –
Premiere Juni 2015
Eine Theaterperformance vom Verlieren und Finden

Menschen begeben sich auf die Flucht. Sie fliehen vor Verfolgung, Terror, Krieg und Armut… Große Ströme machen sich auf den Weg, quer durch Länder, über Grenzen hinweg, über die Ozeane und kommen irgendwo an. Manche auch genau hier.
Da ist zum Beispiel die Mutter, die drei Holzkisten packt. Hinein kommt nur das Nötigste: die Federbetten gegen die Kälte, das gute Küchenmesser, ein Fotoalbum. Das Mädchen kann immer nur an die grünen Schuhe denken, die zurückgeblieben sind. Sie sieht sie stehen vor der Tür der alten Wohnung. Sie waren ganz neu und wunderschön. Das war in Polen 1952. Eine Frau in Heidelberg erinnert sich an das Mädchen, das sie einmal war, ein Mädchen mit grünen Schuhen in Polen 1952.

Was hat der Mann zurückgelassen, der in Badeschuhen 2014 durch einen Heidelberger Vorort läuft? Acht Kinder hat er mitgebracht, aber keine Frau. Was hat die Frau verloren, die ganz allein von Afghanistan nach Heidelberg gekommen ist?
Gibt es ein unsichtbares Band, das die Geschichten von Verlust verbindet und vielleicht zusammenhalten kann, auch wenn Zeit und Umstände sich ganz verschieden zeigen? Kann durch Kunst, durch Sprache, durch Theater das Verlorene in neuen Bildern auferstehen? Können die grünen Schuhe auf der Bühne wieder tanzen?
Asylbewerber04Foto: Andreas Bohnenstengel
Ziele:
Diesen forschungsleitenden Fragen stellt sich Ak.T-Theater Heidelberg, ein Zusammenschluss professioneller freischaffender Theaterkünstler_innen, die in ihrer neuen Produktion „Die grünen Schuhe“ ihre bisher genreübergreifende Arbeit in soziokultureller Hinsicht öffnen und sowohl mit Flüchtlingen, die in Heidelberg leben als auch mit Menschen mit Flüchtlingserfahrungen aus der deutschen Vergangen-heit zusammen arbeiten wollen. Ziel der Arbeit ist ein aus den (biographischen) Geschichten der Teilnehmer_innen entwickeltes Theaterstück, das mit den Mitteln Schauspiel, Gesang, Musik und Tanz in den neu geschaffenen Heidelberger Flüchtlingsunterkünften mehrfach zur Aufführung kommen soll. Durch das Projekt werden verschiedene gesellschaftliche Gruppen (Künstler_innen, Flüchtlinge, ehemalige Flüchtlinge, Theaterpublikum) zusammenfinden, sich erzählen und zuhören, sich darstellen und zuschauen und somit ein gemeinsames Verständnis für die menschliche Erfahrung „Verlust und Hoffnung“ entwickeln.
Vorbereitung des Projektes:
In Kooperation mit Heidelberger Initiativen wie der Save Me-Kampagne, Asylarbeitskreis e.V., dem Heidelberger Zentrum für Migrations-forschung und transkulturelle Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg und Seniorenverbänden werden interessierte Teilnehmer_innen angesprochen. Es werden Menschen gesucht, die sich mit ihrer eigenen und mit fremden Flüchtlingsgeschichten beschäftigen und diese zum Ausdruck bringen wollen.
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Aktivitäten:
In vorbereitenden Workshops, in die auch die professionellen Künstler eingebunden sind, werden Geschichten erzählt und gesammelt. Ausgangspunkt sind immer die grünen Schuhe, die als Protagonisten der ersten Geschichte Anknüpf-ungspunkte für neue Facetten und Weiterentwicklungen bieten. So soll ein Geschichten-Netzwerk entstehen, das festgehalten und dokumentiert wird. Ausgehend von den (biographischen) Materialien und Textfragmenten werden szenische und musikalische Improvisationen entwickelt. Diese können durch Texte aus der Literatur ergänzt werden. In diesem Arbeitsschritt wird sich wahrscheinlich ein engerer Teilnehmerkreis herauskristallisieren, der bereit und in der Lage ist, später auf der Bühne zu agieren. Wünschenswert wäre ein Gleichgewicht zwischen professionellen und nicht-professionellen Mitwirkenden herzustellen. In einem nächsten Schritt werden die bis dahin entstandenen Ergebnisse gesichtet und ausgewählt. Es wird eine Textfassung erstellt, die fortan die Grundlage der weiteren Probenarbeit sein wird. Am Ende steht eine geschlossene Performance aus den Elementen Erzählung, Schauspiel, Tanz/Bewegung und Gesang. Neben den Aufführungen ist eine Veröffentlichung der literarischen Zeugnisse und eine Dokumentation des Entstehungsprozesses der Inszenierung und der Aufführungsgeschichte gemeinsam mit den Kooperationspartnern in Buchform geplant.
Leben auf der Flucht
Besetzung
Idee und Konzeption Christiane Adam/Hubert Habig
Multimedia Bernhard Rang
Musik Jutta Glaser
Produktionsassistenz Tina Hüther
Es spielen:
Soloman Beyene, Jutta Glaser, Edgar Diel, Babu Ceesay, Fariba Jafar-Shaghaghi, Buba Jawara, Madi Sarr, Elisabeth Schlicksupp, Svetlana Wall
Regie Hubert Habig
Musikal. Eistudierung Jutta Glaser/Soloman Beyenne
Film Bernhard Rang
Choreographie Christina Liakopoyloy
Räume und Bauten Motz Tietze
Kostüme Marcela Snaselova
Karten: [Ak.T] 06223-8089510, RNZ VVK 06221-5191210. www.akt-heidelberg.de und an allen reservix-Vorverkaufsstellen.
Reservix2
VVK 15,- / 12,- Euro zzgl. VVK-Gebühr und AK 18,- / 13,- Euro jeweils pro Vorstellung und Zusatzveranstaltung.
Presseecho:
Mannheimer Morgen 27. Juni 2015
RNZ 27. Juni 2015
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