1. Antigone – Corona, UA

Jeder kann mitmachen

Für „Antigone – Corona“ verbinden sich professionelle KünstlerInnen mit Menschen aus dem weiten Feld der städtischen Kultur. Im Vorfeld der Aufführungen werden alle Interessenten in die künstlerische Arbeit einbezogen. Workshops und Proben bieten die Möglichkeit, sich praxisnah und ergebnisoffen in das Projekt einzubringen.

Analog zum klassischen Text werden Fragen formuliert: Welche zentralen Werte vertreten wir heute? Was gilt es zu verteidigen, zu vermeiden, zu überwinden? Gibt es ein Recht auf Widerstand? Wie stehen wir zu den Mächtigen? Wann treten wir in Widerstand? Wem halten wir die Treue?

Schon ab Anfang Mai finden an verschiedenen Orten in Handschuhsheim Präsentationen, szenische Lesungen, musikalische Darbietungen statt, die inhaltlich und ästhetisch auf die späteren Aufführungen vorbereiten.

Eröffnet wird diese Reihe mit der Kooperation [Ak.T]-heater und Bücherstube an der Tiefburg

Freitag, 7. Mai 2021 um 20 Uhr in der Bücherstube Dossenheimer Landstraße 2  Eintritt frei.


Gibt es Parallelen zu heute? Was macht der Chor der Bürger?

Kontaktverbote, Quarantäne-Gebote usw. erzeugen im Alltag ein brisantes Spannungsfeld zwischen berechtigter Kritik und platter Verweigerung/Querdenkertum. Niemals können sich Letztere auf HeroInnen wie Sophie Scholl oder Antigone berufen. Das Theater will diese Differenz zwischen heroischem Widerstand und egomanischem Verhalten sinnlich erfahrbar machen. Der Chor dient als Medium für diese Erfahrung. Als Wesenskern der antiken Tragödie schildert, diskutiert, beurteilt und berät er die Protagonisten. Als Vermittler zwischen ZuschauerInnen und DarstellerInnen greift er ein ins Geschehen, nimmt alle Anwesenden mit und macht sie zu Teilhabenden.

WERDEN SIE SELBST AKTIV!

Im Theaterlabor werden wir zentrale Themen der Tragödie „Antigone“ von Sophokles in Beziehung setzen zu unserer derzeitigen Lebenswelt. Alle Interessierten sind eingeladen, sich als sogenannte Experten des Alltags einzubringen. Bei den wöchentlichen Treffen und vier Wochenend-Workshops wird experimentiert, diskutiert, assoziiert, gestaltet und Bürger-Interventionen für das Stück erarbeitet. Das Theaterlabor ist ergebnisoffen und die Teilnehmenden können sich mit ihren idividuellen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Dabei machen sie Erfahrungen mit Mitteln der performativen Theaterarbeit des szenischen Schreibens und des Forum Theaters. Bei den Workshops werden auch professionelle Schauspieler*innen partizipieren.


Für alle Neugierigen findet der erste Workshop „zum Schnuppern“ statt. Darin werden Zitate aus „Antigone“ und eigene Geschichten auf die Frage untersucht: „Was bedeutet Freiheit?“ Die Teilnehmenden lernen Gestaltungsformen kennen und erarbeiten einen Flashmob.
Wann: Freitag, 21. Mai 2021 15:00-20:00 Uhr
und Samstag, 22. Mai 2021 10:00-15:00 Uhr
Wo: Gartenbau Friedrich Stockert,
Gewann Fischpfad 88 – 69121 Heidelberg


Die wöchentlichen Termine untersuchen folgende Fragestellungen: Was ist Recht und was ist Gesetz? Was ist gerecht? Welche Art von Macht erträgt Demokratie? Wie wichtig ist Tradition? Welche Moralvorstellungen prägen uns, welche haben sich durch Corona verändert? Im Umgang mit Texten aus „Antigone“ wie auch aus der Lebenswelt der Teilnehmenden werden mit den Mitteln des Forumtheaters Szenen improvisiert. Materialien wie Fotos, Liedtexte, Musik, Zeitungsartikel werden gesammelt, verfremdet und zu performativen Szenen ausgearbeitet.
Wann: Mittwochs vom 26. Mai bis 15. September 2021
Abends 20:00-22:00 Uhr (ca. 12 Termine)
Wo: Tiefburg Handschuhsheim
Verbindliche Teilnahme nach dem Schnupperworkshop erfoderlich.

In Bezug auf Antigones Widerstand gegen die Staatsgewalt stellen wir uns die Frage: Wie wichtig ist das Hinterfragen von Machtstrukturen und wie sind die dadurch angestoßenen Veränderungen zu bewerten? Bei diesem Workshop werden kleine Aktionen auf der Straße, Performances in Schaufenstern und Installationen von Teilnehmenden geplant.
Wann: Samstag, 10. Juli 2021 14:00-19:00 Uhr
und Sonntag, 11. Juli 2021 10:00-16:00 Uhr
Wo: Gartenbau Friedrich Stockert,
Gewann Fischpfad 88 – 69121 Heidelberg

Der Ort und seine Geschichte werden in Bezug auf die Themen „Macht und Verantwortung“ erkundet. Was bringt derOrt mit, welche Atmosphäre hat er, welche  Symbolik, welche Parallelen gibt es zu „Antigone“?
Wann: Samstag, 7. August 2021 14:00-19:00 Uhr
und Sonntag, 8. August 2021 10:00-16:00 Uhr

Wo: Tiefburg Handschuhsheim

Ergebnisse aus den vorangegangenen Workshops und den wöchentlichen Terminenwerden in die Gesamtinszanierung einfließen, an diesem Wochenende gefestigt und die Aufgaben und Aktionen der Experten des Alltags zusammengefügt und geprobt.
Wann: Samstag, 4. September 2021 14:00-19:00 Uhr
und Sonntag, 5. September 2021 10:00-16:00 Uhr

Wo: Tiefburg Handschuhsheim


Miriam Lemdjadi arbeitet seit 2013 als selbstständige Regisseurin, Theaterpädagogin und Performerin. Dabei bewegt sie dich interdisziplinär zwischen Physical theatre, Performativen Theater und Objekttheater. Seit 2018 lebt und arbeitet sie in Heidelberg.

miriamlemdjadi.de

 

Gefördert im Impulsprogramm „Kunst trotz Abstand“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

 

 

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

 

Außerdem fördern:               

In Kooperation mit dem Chor „Hendsemer Krischer“ unter Leitung von Sabine Dietenberger

Mit freundlicher Unterstützung des Stadtteilvereins Handschuhsheim

 


 

2. 1932 – Grüße aus Berlin, UA

Unsere Produktion aus 2020, die wegen der Corona-Einschränkungen leider nicht wie vorgesehen am Sonntag, 20. Dezember 2020 zur Premiere kam, wird im Herbst wieder aufgenommen. Da unsere Schaupieler*innen im Sommer 2021 schon andere Engagements haben, wird diese Premiere voraussichtlich erst

 Freitag, 12. November 2021 um 20:00 Uhr

im  Emil-Maier-Str. 16, 69115 Heidelberg stattfinden.

Wir werden Sie natürlich auf dieser Seite rechtzeitig informieren.

Der Inhalt der Briefe zeigt deutlich, wie in den letzten Jahren der Weimarer Republik die Fassade der Demokratie und der Gutbürgerlichkeit kulturell und ökonomisch Risse bekommt. Die Lebensumstände werden immer prekärer und der Mittelstand zerbröselt. Das Leben in der Metropole wird für die beiden Brüder Werner und Hermann zunehmend weniger bezahlbar.

Weitere Informationen unter Produktionen: 1932 – Grüße aus Berlin, UA