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Herbst 2022: Frauenbilder in der Antike: Medea

In überraschend vielen Stücken der Antike spielen Frauen eine zentrale Rolle. Dabei entspricht deren Rollenverhalten keineswegs jenem Muster, das die damaligen Frauen zu einer Hintergrundexistenz im Haus am Herd (Oikos) und am Spinnrad zwang. Bei politischen Versammlungen waren die Frauen ausgeschlossen, Demokratie galt nicht für sie, am gesellschaftlichen Leben konnten sie nicht teilnehmen.  Theaterbesuche oder gar Mitwirkung in einer Aufführung waren undenkbar. Ihre Rollen wurden von Männern gespielt. Dennoch brachen diese Frauenrollen alle gesellschaftlichen und politischen Konventionen. Sie waren hinsichtlich ihrer Radikalität extremer als die Männer. Waren sie nicht die wahren Heroinnen?

Medea ist einerseits eine leidenschaftliche und verliebte Frau und Mutter. Auf der anderen Seite zeigt sie sich als aggressive und destruktive Rasende, die in ihrem Zorn keine Grenzen kennt. In ihrer Heimat Kolchis wurde sie als Prinzessin erzogen. Im fremden Korinth muss Medea aber erfahren, dass sie auf Grund ihrer Fremdheit ausgestoßen wird. Bis zu einem gewissen Grad erträgt sie das. Erst durch den Verrat ihres Ehemanns Jason ist ihr Stolz zutiefst gekränkt, sie verkraftet es nicht, betrogen zu werden. Daraufhin zieht Medea die männliche Kriegerethik der Menschlichkeit vor, tötet ihre Kinder und misst somit ihr ganzes Tun am Ehrenkodex eines Kriegers.

Lesungen

Wir hoffen, ab September 2022 in regelmäßigen Abständen öffentliche Lesungen zu diesen Themata durchführen zu können. Zeit und Ort werden noch bekanntgegeben.

                           


     

Do 16.06.22 / 8:00 Uhr / TiKK im Karlstorbahnhof

Heidelberg las Ulysses 

von James Joyce
in der Übersetzung von Hans Wollschläger

Lesung: wörtlich/szenisch/musikalisch/turbulent

Karten: Vorverkauf 14,20 €  und an der TiKK-Kasse vor Ort: 15,00 €
(Sie können zwischendurch die Veranstaltung verlassen und wiederkommen)

Schade!!! Diese einmalige & bemerkenswerte Veranstaltung ist nun leider vorbei.

aber hier ist die Rezension aus dem Mannheimer  Morgen vom 18. Juni 2022

und hier ist die Rezension aus der Rhein-Neckarzeitung vom 20. Juni 2022