Was war zuletzt?

Zum Ende des Jahres 2017 spielten wir die letzten Vorstellungen unserer brisanten und wirklichkeitsnahen Inszenierung „BruderKampf“ im Festsaal der Pädagogischen Hochschule. Das Interesse war groß und die Vorstellungen waren gut besucht. Im Dezember folgte eine szenische Lesung von „Global Village“ im Romanischen Keller. Das Stück von Hubert Habig zeigte sich von einer erschreckenden Aktualität. Thematisiert es doch unter anderem den obszönen Handel mit Waffen in Kriegsgebiete, wie wir ihn gerade in diesen Tagen erleben.

 

Rhein-Neckar-Zeitung vom 27.12.17

„Global Village“

An der Straßenkreuzung des Weltgeschehens

Szenische Lesung von Hubert Habigs im Romanischen Keller in Heidelberg

Florian Kaiser spielt den Waffendealer Anthony. Foto: Günter Krämmer

Von Arndt Krödel

Heidelberg. Wer den Weg in den Romanischen Keller gefunden hatte, erlebte ein anspruchsvolles, herausforderndes Kontrastprogramm zum kuscheligen Weihnachtskitsch. Keine leichte Kost ist „Global Village“, ein Stück, das Hubert Habig schon vor fünzehn Jahren schrieb, aber seinerzeit nicht zur Aufführung kam. Aktuell ist es in erschreckender Weise noch immer, und so präsentierte der Autor und Leiter des Heidelberger Projekts [Ak.T]-heater seinen stellenweise verstörenden Stoff nun in einer szenischen Lesung, dargeboten von acht Schauspielern seiner Truppe.

 

Mannheimer Morgen vom 31.03.17

„Bruderkampf

im Karlstorbahnhof

Mit eindringlichem Spiel verkörpern Sven Djurovic als Aslan und Emrah Demir als Ali die zunehmende gegenseitige Entfremdung und den verzweifelten Versuch des Jüngeren, den Bruder aufzuhalten – der in der Unterkunft zunächst noch die junge Dina (Laura Alvarez) auf ihrer Flucht vor der Abschiebung versteckt, später einen brutalen „Kampf-bruder“ (Daniel Mann) einquartieren wird. Begleitet von atmosphärischer Livemusik von Jutta Glaser, entwickelt das [Ak.T]- Theater aus dieser dramatisch angespannten Gemengelage ein sehr sehenswertes Stück.

 

Zuschauerbrief zu „BruderKampf“

Lieber Hubert,

gestern Abend war ich ja schnell weg, zum einen, weil ich gerade einen guten Anschluss mit der S-Bahn nach Neckargemünd bekommen konnte, zum anderen, weil ich Dein Stück, das mich sehr beeindruckte hat, mir noch einmal ganz allein und ohne weitere Einflüsse durch den Kopf gehen lassen wollte. Ich fand die Inszenierung sehr überzeugend: Anfangs, als es um die Darstellung der emotional geladenen Lebenssituationen ging, passten die irrational wirkenden Äußerungsformen der Subjekte als kurz gefasste Chiffren wunderbar und leiteten dann strikt über zu der eigentlichen Handlung mit dem eingeflochtenen tragischen Prozess. Auch die schauspielerischen Leistungen trugen dazu bei, dass ich mich von Anfang bis Ende voll angesprochen fühlte – schade nur, das so wenige Leute die Aufführung gesehen haben.

Ja, das war ein guter Abend – vielen Dank dafür, dass Du mich darauf hingewiesen hattest!

Herzliche Grüße

Reimer Kornmann

Dr. Reimer Kornmann, Prof. i. R.

Pädagogische Hochschule Heidelberg