Kategorie: Produktionen

GLOBAL VILLAGE

Die neue Produktion des [Ak.T]-heaters Heidelberg:
brisant und aktuell

 

Ein lokales Theaterprojekt von Hubert Habig.
Freitag, 15. Dezember 2017
Samstag, 16. Dezember 2017
jeweils 20 Uhr
im Romanischen Keller
Seminarstraße 3 – 69117 Heidelberg
in der Heidelberger Altstadt (Eingang im Hof)
Karten nur an der Abendkasse ab 19:00 Uhr

Mit: Laura Alvarez, Christiane Adam, Florian Kaiser, Daniel Mann, Edgar Diel, Elisabeth Schlicksupp,Hubert Habig, Emrah Demir, Svetlana Wall, Melina Schöfer, Motz Tietze

Inhalt:

Gestern galt die zusammenrückende Welt noch als rührendes Idyll, als Ziel der Menschenfreunde. Das „globale Dorf“ wurde zu einer Kitschmetapher. „We are the world“ sangen wir Privilegierten, steckten Kerzen an und schunkelten dazu.

Heute ist uns der Spaß an dieser Utopie gründlich vergangen. Inzwischen scheinen hinter jeder Ecke Monster zu lauern. Ist die Welt noch zu retten? Chris, Reporterin, bricht auf. Will ins Auge des Tornados schauen, aller Welt ins Wohnzimmer liefern, was an Furchtbarem vor unserer Haustür geschieht.

Auf dem Weg nach Süden, wo der Krieg tobt, bleibt sie an einer Weggabelung hängen, mitten im Niemandsland. Sie trifft auf Bewohner dieser Einöde: Jovi, der Geschäfte mit allem und jedem macht. Farhad, der sich weigert sie weiterzufahren. Zira, Jovis Frau, die sich weigert die dunklen Geschäfte ihres Mannes zu decken. Natalie, das Mädchen, das zu weigern sich nicht traut.

Schließlich strandet auch Anthony dort. Ein Waffenhändler, der schnell weiter nach Süden will, um mit dem dortigen Feldkommandeur Deals zu tätigen. Aber der Ort hält alle gefangen, alle sind zum Bleiben verurteilt.  

Dann rückt die Front näher. Jetzt folgt die Vergeltung und sie trifft jeden. Im Angesicht der nahenden Apokalypse dann ein letztes Aufbäumen der Vernunft.

 

BruderKampf

Bruderkampf

Sehnsucht nach Unsterblichkeit

Die neue Produktion des [Ak.T]-heaters im Karlstorbahnhof, von Hubert Habig.

Freitag, 3. Nov. und Samstag, 4. Nov.
in Ludwigshafen im Cinema Paradiso,

Dienstag, 14. Nov. und Mittwoch, 15. Nov.
in Heidelberg in der Festhalle der Pädagogischen Hochschule,
Keplerstraße 87, D-69120 Heidelberg

jeweils 20 Uhr.
Kartenvorverkauf über Reservix
 
 
 

Was passiert?

[caption id="attachment_2567" align="alignleft" width="150"]Bruderkampf, Foto: Inock Kim-Seifert Foto: Inock Kim-Seifert[/caption]

Migranten unterschiedlicher Herkunft und Kultur bewohnen gemeinsam ein Quartier. Ein kalter, ungastlicher Ort. Ihre Zukunft zeigt sich düster und grau.

Rückbesinnung auf

eherne Werte, Religion und Tradition erscheint als Ausweg, sich selbst wieder zu finden. Das Vertraute gibt Wärme und Stabilität.

Mit solchem Rückzug vertieft sich jedoch die Kluft gegenüber der neuen Welt umso mehr. Der Boden für radikale Verführer ist vorbereitet.

Ali muss miterleben, wie sein Bruder Aslan zum Islamisten wird…

Wer macht was?

Regie:  Barbara Wachendorff

Bühnenraum: Motz Tietze

Musik und Chöre: Jutta Glaser

Dramaturgie: Hubert Habig

Assistenz: Tina Hüther

 

Es spielen:
Sven Djurovic,
Emrah Demir,
Laura Alvarez / Melina Schöfer,
Dominic Fuchs,
Elisabeth Schlicksupp,
Daniel Mann,
Javid Hosseini,
Sadegh Rezaie,
Zafiulla Zahir,
Buba Jawara,
Amandou Bah

 

 

Kooperationspartner:
Stadt Heidelberg,
Karlstorbahnhof Heidelberg,
Asylarbeitskreis e.V. Heidelberg,
Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg.

 

Unterstützer:
Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Ba Wü.
Sparkasse Heidelberg,
Heidelberger Volksbank,
Jugendstiftung BaWü

Vorstellungen

Freitag, 3. November und Samstag, 4. November 2017
in Ludwigshafen im Cinema Paradiso,
Hemshofstrasse 56 - 67063 Ludwigshafen am Rhein

0621 5889542

Dienstag, 14. November  und Mittwoch, 15. November 2017
in Heidelberg in der Festhalle der Pädagogischen Hochschule,
Quinckestraße 72,69120 Heidelberg

 

jeweils 20 Uhr

Karten:

RNZ-Vorverkauf:  06221-5191210

und an allen reservix-Vorverkaufsstellen sowie unter

www.Reservix.de

Reservix2

 

Presse

 

Bilder zum Vergrößern bitte anklicken:

Fotos: Günter Krämmer, Heidelberg
 

Im Zwielicht Wandeln – Neuauflage

Im Zwielicht Wandeln

Im Zwielicht Wandeln

Eine Sommerreise in die Romantik

Premiere der Wiederaufnahme:

Dienstag, 5. Juli 2016  – Tiefburg Handschuhsheim,

Mittwoch, 13. Juli 2016 – im Schloss Wolfsbrunnen
jeweils 21.00 Uhr

 

 

Inhalt

Nach den sehr erfolgreichen Vorstellungsserien im Januar 2015 auf freiem Feld und im Sommer 2015 in der HebelHalle bietet Ak.T-heater die Möglichkeit, die Figuren der Heidelberg Romantik wieder zu treffen, ihr unstetes und atemberaubendes Leben zu bestaunen.

Wer kennt sie nicht, die Heidelberger Dichter Clemens Brentano und Sophie Mereau, Caroline von Günderrode und Achim von Arnim? Was liegt näher, als die Wortführer der Heidelberg Romantik an den prägnanten Orten Tiefburg und Schloss Wolfbrunnen wieder aufleben zu lassen?

Wo liegt das Romantische Heidelberg?

Die Altstadt mit Brücke und dem darüber thronenden Schloss gilt als Brutstätte der Romantik. Heute ist sie überfüllt mit Prozessionen gehetzter Touristen. Das Wesen der Romantik zog aus, es liegt abseits der hektischen Betriebsamkeit.

 

„Wandeln im Zwielicht“ will die Wiederverzauberung an romantischen Orten der Stadt nachzeichnen, indem persönliche, literarische und philosophische Impulse aus den Werken, Briefen und Gedichten der Heidelberger Romantiker aufgegriffen und in unterschiedlichen Darstellungsformen präsentiert werden: Tanz, Gesang und Theater. Die Reisenden wandeln von Station zu Station, die schicksalhaften Wendungen im Leben der Protagonisten werden im wahrsten Sinne mitgegangen.

Darsteller und Zuschauer nehmen An-Teil, dass Schau-, Klang- und Erlebnisräume um sie herum und mit ihnen entstehen. Alle sind sie Betrachter und Teilnehmer zugleich, Fragmente des Lichts, die als Leuchtspuren die Nacht und den Nebel nachhaltig verzaubern.

 

LeitungsTeam und Partner

LeitungsTeam:

Hubert Habig (Konzept und Regie), Christiane Adam (Dramaturgie), Jutta Glaser (Gesang), Motz Tietze (Raum und Licht), Marcella Snaselova (Kostüme).

 

Koop-Partner:

Karlstorbahnhof Heidelberg, Theaterakademie Mannheim, Stadtteilverein Handschuhsheim e.V., Rhein-Neckar-Zeitung,

Unterstützer:

Innovationsfonds Baden Württemberg, Stadt Heidelberg Kulturamt, Sparkasse Heidelberg,

Heidelberger Volksbank

Presse / Video

   

Ossip Mandelstam

MandelstamStraße

Poetische Attraktionen in der Hauptstraße

Sa, 11. Juni 2016 Hauptstraße Heidelberg von 14.00 – 17.00 Uhr

Anlässlich der Ausstellung „Ossip Mandelstam. Wort und Schicksal“
des Staatlichen Literaturmuseums Moskau. In Kooperation mit den UNESCO Cities of Literature Heidelberg und Granada.

Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg vom 13.5. bis 10.7.2016

Mandelstam

Ossip MandelstamDer russisch-jüdische Dichter Ossip Mandelstam, 1891 in Warschau geboren und 1938 unter Stalin im Gulag bei Wladiwostok ums Leben gekommen, studierte im Wintersemester 1909/10 an der Universität Heidelberg Philologie. 15 bis 23 Gedichte des Dichters sind in dieser Zeit entstanden, von denen vierzehn durch sieben aus Heidelberg verschickte Briefe Mandelstams überliefert sind.

Ossip Mandelstams Poesie ist der literarischen Strömung des „Akmeismus“ zuzurechnen, die sich gegen Mystik mit ihrer Mehrdeutigkeit hin zu neuer Gegenständlichkeit und Klarheit der sprachlichen Darstellung wandte. Hierbei griff Ossip Mandelstam auf mannigfaltige Weise auch alltägliche Phänomene des modernen Lebens auf. Seine offene Kritik an Stalins Regime beschied ihm letztlich das Los vieler geistesoffener, europäisch denkender und fühlender Schriftsteller durch die Inhaftierung im stalinistischen Arbeitslager.

Nadeschda Mandelstam und Freunde des Dichters bewahrten viele der Gedichte - teils durch Auswendiglernen der nicht niedergeschriebenen Texte - und ermöglichten so ihre Veröffentlichung in den 60er Jahren.

Stationen & Attraktionen

Anna.AchmatovaFQX1XAusgehend von der Überlieferung von Werken Mandelstams durch das Memorieren seitens ihm nahestehender Personen, werden mehrere ausgewählte (Heidelberger) Gedichte von ihm auf die Reise durch die Heidelberger Altstadt geschickt:

Mit der höflichen Frage, „doch bitte etwas einige Meter durch die Hauptstraße mitzunehmen“, werden Vers für Vers angefangen am Bismarckplatz an Passanten mündlich übergeben. In regelmäßigen Abstanden von ca. 75 Metern werden die erinnerten Verse an die nächsten Passanten weitergegeben, bis jeder einzelne Vers am Universitätsplatz angekommen, das gesamte Gedicht wieder vervollständigt.

An den Stationen entlang des Wegs werden die Passanten zeitgleich in unterschiedliche performative Aktionen eingebunden, die ihnen das poetische Werk und den geistigen Kosmos des großen Dichters näherbringen. Im Fokus der Beschäftigung stehen die sinnliche Architektur und die gedankliche Tiefe von Mandelstams Gedichten.

Diese fühlbar und begreifbar zu machen wird die Vielfalt der Künste aufgeboten und in teils befremdlichen teils irritierenden Aktionen präsentiert. Schauspieler, Tänzer, Musiker, Filmer und Performer schaffen Ereignisse und Erlebnisse, die Mandelstams poetisches Reich aus der Musealen Erstarrung befreien, weiterleben lassen.

Produktion

Projektleitung: Hubert Habig, Phillip Koban, Bernhard Rang
Dramaturgische Mitarbeit: Christiane Adam
Assistenz: Tina Hüther

Akteure:
1. Jutta Glaser
2. Svetlana Wall
3. Anna Shakotko
4. Bernhard Rang
5. Hubert Habig
6. Motz Tietze/ Tanja Riethmüller
7. Julik Mkutarian
8. Uli Dinger
9. Georghe Stanomir
10. Johanna Sipinski
11. Alexander Doderer
12. Irina Maier
13. Julia Schmitt
14. Elena Kiesel
15. Edgar Diel
16. Elena Cozlenco

„O. Mandelstam – poetische Attraktionen in der Hauptstraße“ ist eine Kooperation von [Ak.T]-heater Heidelberg und UNESCO City of Literature Heidelberg im Rahmenprogramm der Ausstellung "Ossip Mandelstam. Wort und Schicksal"

In Zusammenarbeit mit der Theaterakademie Mannheim, der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und dem Kamina – Dichterkreis.

Video / Medien

Literatur für die Sinne

Eine musikalische Vorlesung

Premiere: 22. 11. 2014 in UNIVERSITAS Mittelbadgasse 7, Heidelberg Altstadt
mit Jutta Glaser (Gesang) und Hubert Habig (Sprache)

Wir leben in einer Gesellschaft, die sich der Überflutung der Sinne verschrieben hat. Die Reize werden penetranter während unsere Wahrnehmung im gleichen Tempo abstumpft und für die leisen und feinen Signale nicht mehr empfänglich ist. Um die Sinne wieder zu aktivieren, muss Literatur die Wahrnehmung neu ausrichten. Sie empfänglich machen für die sensiblen Bereiche des Miteinanders. Damit diese nicht untergehen in der Flut des Geschreis.

Literatur für die Sinne“ will nicht nur den auditiven Charakter einer konventionellen Lesung bedienen, sondern mittels spezieller Literatur und der Art ihrer Darbietung die verschiedenen Sinne anregen und mobilisieren. Geplant ist eine Art interaktiver Produktion, in der z.B. der Rhythmus eines Gedichtes mit Klatschen oder Gehen der Besucher körperlich erfahrbar gemacht wird.

Ist nicht die Epoche der romantischen Literatur von ihrem geistigen Gehalt wie von ihrer stilistischen Prägung am stärksten dafür geeignet, dieses Konzept einzulösen? Die Heidelberger Dichter Brentano, Günderrode, Mereau und von Arnim liefern einen imposanten Schatz an Gedichten, Liedern, Briefen und Epigrammen, der ihr Leben und Schicksal uns nahe bringt. Heidelberg Romantik meint insofern nicht Rezitation von Texten, sondern Erfahren eines Lebensgefühls, Vermischung der Sinne.

Der Begriff „Synästhesie“ bezeichnet ein konkretes wahrnehmungspsychologisches Phänomen: Synästheten sehen beispielsweise beim Hören von Musik gleichzeitig Farben oder schmecken beim Essen Formen. Was bei einem „normalen“ Menschen nur einen Sinn anspricht, löst bei Synästheten mehrere Sinneswahrnehmungen aus, die inhärent miteinander verknüpft sind.

In der Performance werden bei den Besuchern verschiedene Formen und Arten der Sinnesverknüpfungen mittels Texten, Tönen, Liedern und Bildern stimuliert. Auf der Basis einer Grundstruktur aus Text, Sprache, Tönen entsteht so ein Werk, in dem die einzelnen Teilkünste mal dominieren, dann wieder subversiv im Hintergrund lauern.

Mittels der Kreativität der Besucher wird in jeder Vorstellung eine spezifische Performance mehr oder weniger improvisiert. Das heißt, jeder Abend ist ein Unikat, einmalig und unwiederholbar.

Karten: 06221-7786574 oder per Mail: hh-46@online.de – Preise: 9,- € / 6,- €

 

Presse: Rhein-Neckar-Zeitung 25.11.2014 RNZ26112014

Im Zwielicht Wandeln

zwielichtDINA6webEine Theaterreise ins Feld bei Nacht

Die verfallenen Gewächshäuser als Kontrast zu den glatten Glaspalästen der Postmoderne öffnen unsere Sinne für die dunkle Seite der Romantik, den Verfall, das Morbide, den Tod. Im Umgang mit dem Unzeitgemäßen, dem Vormodernen zeigt sich die Zukunftsfähigkeit unserer Zivilisation. Wir wandeln und phantasieren an einem Un-Ort der Stadt, der jene Schätze birgt, die wir in der Postkartenidylle vergeblich suchen.

 

 

 

 

Inhalt

izw-1350Friedrich L. Hardenbergs (Novalis) kurzes Leben lässt sich in seiner realen, poetischen und geistigen Ausrichtung auf einen Nenner bringen: Wiederverzauberung. Mit Zauberstab will er das Buch der Natur öffnen und den Göttern der Alten die Rechte wieder zuweisen.

Friedrich Hölderlin versenkt sich unter derselben Prämisse in den griechischen Mythos, um mit seinem Selbst ganz in ihm aufzugehen. Er will Natur und Geschichte/Kunst umschließen, und deren gegenseitige Durchdringung im Kunstwerk erfahrbar machen. Imagination kann so verwirklicht und Wirklichkeit imaginiert werden. Deren Einheit schafft jene Poetisierung der Welt, durch die sich die Trennlinie zwischen Subjekt und Natur aufhebt.

Alles Sein wird zum erhabenen Einzigen zurückgeführt. Die Armatur der Sinneswerkzeuge füllt das Denken mit der praktischen Idee; denn wir wissen nur, insoweit wir machen. Im Handeln und Tun liegt so der Schlüssel zum wirklichen und erfüllten Sein. Und keine Praxis ist dazu mehr geeignet als die Kunst. Sie ist dem Traum verwandt und fördert wie dieser die freie Erholung der gebundenen Phantasie.

izw-1499Für die deutsche Klassik war das entseelte Wort der Inbegriff des Verlusts. Und im Zwielicht der heiligen Dämmerung verbirgt sich die Tat, barbarisch und gefühllos. Nicht um pittoreske Romantik geht es den Protagonisten der Bewegung, nein, ums Ganze: die nackte Existenz, den Tod in allem Lebenden und den Zweifel am Zivilisatorischen.

„Wandeln im Zwielicht“ will dieses Koordinatensystem nachzeichnen, indem persönliche, literarische und philosophische Impulse aus den Werken, Briefen und Gedichten vorzüglich der Heidelberger Romantiker aufgegriffen und im Lichte unterschiedlicher Genres akzentuiert werden. Die schicksalhaften Wendungen im Leben der Protagonisten werden im wahrsten Sinne mitgegangen. Die Arbeit ist selbst Fragment, fordert heraus zum Mittun. Erleben im buchstäblichen Sinne, performative Akte, sind das Gerüst der Handlung. Ein Neues Werk entsteht, während Subjektives mobilisiert und freigesetzt wird.

Darsteller und Zuschauer nehmen An-Teil, dass Schau-, Klang- und Erlebnisräume um sie herum und mit ihnen entstehen, die im Akt des Vollzugs die Poetisierung der Welt erfahrbar machen. Alle sind sie Teil-Nehmer, Fragmente des Lichts, die als Leuchtspuren die Nacht und den Nebel nachhaltig verzaubern.

Der Un-Ort:

Die Felder sind seit Jahren ein Zankapfel der Politik. Die Vereinigung der Bauern wehrte sich gegen 1. einen Autobahnzubringer 2. einen Bebauungsplan 3. einen Großbau des Reitervereins 5. Expansionspläne des Tennisvereins. Die (Bio-)Bauern wohnen in der Regel bei ihren Feldern und haben eine Infrastruktur von Hofläden aufgebaut.

Ziele:

Diese Möglichkeiten, 3 km vom Zentrum der Stadt ursprüngliches Kulturland zu erleben, wird zwar geschätzt, doch wenn es um die sog. Innovation geht, sind diese traditionellen Strukturen im Weg. Durch die Beteiligung alteingesessener Vereine (Feuerwehr, Stadteil-, Gesangsverein etc.) und junger urbaner Gruppen werden die Widersprüche thematisiert. Ein Kunstprojekt, initiiert und getragen von professionellen Künstlern, mit den Bürgern und für die Bürger der Stadt.

Realisierung und Karten:

Das Kristallglas und seine Sackgasse, der Spiegel, umzäunen die Wanderwege des urbanen Nomaden. Sie weisen zugleich auf eine latente Gefahr: Verfall! Matt, zerbrochen, zersplittert sind sie Symptome für das Morbide, die Auflösung.
Aufgesucht werden zunächst Orte der Stadt, die intakt scheinen, rein und klar: Schaufenster, allenthalben seichte Musik, schöne Bilder!
Die Straßenbahn bringt die Reisenden dann aus der Stadt ins Feld. Hinter den Scheiben der Waggons vollziehen sich kleine Dramen des Abschieds, aber auch des Drängens nach dem Hinaus ins Weite, ins Feld.

izw-2179Auch dort riesige Häuser aus Glas, hell beleuchtet. Chorgesang der Männer! Aber direkt daneben holt die Natur sich wieder, was der Mensch im Übermaß produziert hat: zerfallene Gewächshäuser, hier ist der Kern des Romantischen zuhause! Berge von verfaulendem Obst und Gemüse, vor sich hin rostende Geräte und Maschinen, die Natur zeigt Überdauerndes! Und über allem Scharen von Krähen, wir hören Schuberts Musik!

Karten:
[Ak.T] 06223-8089510, RNZ Vorverkauf 06221-5191210. www.akt-heidelberg.de
VVK 15,- / 12,- Euro zzgl. VVK-Gebühr und AK 18,- / 13,- Euro

Besetzung und Partner:

Idee und Konzeption: Hubert Habig
Dramaturgie: Christiane Adam
Organisation und Logistik: Christian Pieterek
Produktionsassistenz: Tina Hüther

Besetzung:
Sängerin: Jutta Glaser
Achim von Arnim: Florian Kaiser
Clemens Brentano: Edgar Diel
Sophie Mereau: Julia Schmitt / Annika Keidel
Karoline von Günderrode: Elisabeth Schlicksupp / Jeanette Bohr
Auguste Bußmann: Svetlana Wall
Bettine Brentano: Jeanette Bohr
Katharina von Emmerick: Elisabeth Schlicksupp
Nachtmahr: Julik Mkrtumian
Hölderlin-Exkurs: Andreas Seifert

Regie: Hubert Habig
Choreographie 1: Christina Liakopoyloy
(Nostos Tanztheater , Tanzperformance)
Choreographie 2: Mario Heinemann
Räume und Bauten: Motz Tietze
Kostüme: Marcela Snaselova
Assistenz: Lea Fuchs

Koop-Partner:
Kulturamt Heidelberg, Nostos Tanztheater mit Tanzperformance 8, Theater Carnivore, Theaterakademie Mannheim, Stadtteilverein Handschuhsheim e.V., Freiwillige Feuerwehr Heidelberg-Handschuhsheim, Rhein-Neckar-Zeitung, TSC Blau-Silber Ladenburg mit Nostalgie-Tanzgruppe, „Liederkranz“ 1847 HD-Handschuhsheim, Gärtnervereinigung HD-Handschuhsheim, GV „Thalia“ 1919 HD-Handschuhsheim

Innovationsfonds Baden Württemberg, Stadt Heidelberg Kulturamt, Sparkasse Heidelberg, Heidelberger Volksbank, Octopharma, BGRCI, Unterwegstheater sowie die Familien Stockert, Grieser, Hornig, Lenz, Schröder, Koppert, Horsch, Huber

Probefotos: Copyright © Wolfgang Detering

Presse / Video

 

Wahr+Schön=Gut

DEM WAHREN – SCHÖNEN – GUTEN

MINIATUREN AUS DEM DEUTSCHEN ALLTAG

WSG-210Was ergibt sich, wenn wir diese zentralen Forderungen der deutschen Klassik als Maßstab für unsere Zeit anlegen? Was verbirgt sich hinter den verbraucht wirkenden Kategorien? Was ist heute wirklich noch wahr (-haftig), angesichts einer medialen Aufrüstung, die fast alles dem (schönen, hässlichen, freundlichen, moderaten etc.) Schein unterordnet.

Was bleibt vom wirklich Schönen, wenn unsere körperlichen und psychischen Kräfte zunehmend darauf ausgerichtet sind, Existenz und Alltag rundum zu ästhetisieren, zu polieren, glatt zu bürsten.

Nicht zuletzt: Hat das wahrhaft Gute noch eine Chance, wenn selbst größte globale Katastrophen und Kriege moralisch derart aufgeladen werden, dass seine genuine Qualität aus dem Blick gerät, weil Gutes sich nur noch in der Polarität zum Bösen findet? (Indem in Afghanistan, im Irak, im Jemen usw. das angeblich Böse bekämpft wird, ist der Krieg gerechtfertigt und gut.)

Premiere: Do, 27. 10. um 20 Uhr

Mit Texten von Goethe, Schiller, Platon, Ovid, Hildegard von Bingen, Claudius, Schwitters, Jandl, der IHK Oldenburg u.a.

MINIATUREN AUS DEM DEUTSCHEN ALLTAG

In einzelnen Szenen werden das klassische Erbe, die sog. Leitkultur und der neu in die Diskussion gekommene Bildungskanon mit der harten bundesdeutschen Wirklichkeit konfrontiert. Der Ruf nach mehr Bildung, die Forderungen nach höherer Qualifikation, die Debatten um die Durchsetzung der Leitkultur, aber auch Fragen nach der historischen Schuld der Deutschen erscheinen angesichts der sich verändernden Gegebenheiten als unzeitgemäß. (In Großstädten liegt der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrations-Hintergrund teilweise bei über 50%). Während die Debatte über die Zugehörigkeit des Islam zur abendländischen Kultur die Medien beherrschte, ging fast unter, dass Gemeinden ihre Schulen, Sportstätten, kulturellen Einrichtungen nicht mehr unterhalten können, dass Lehrer und Ausbilder mit spezifischer Qualifikation für induktiven Unterricht fehlen usw.

Diese Widersprüchlichkeit paart sich mit jenem jüngsten Skandal, der die bürgerliche Gesellschaft möglicherweise noch lange und nachhaltig beschäftigen wird: der Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Begangen und jahrzehntelang gedeckt von den unterschiedlichen Institutionen Kirche und Reformpädagogik. Hohepriester von Religion (Bischof Mixa, Regensburger Domspatzen, die Kreise ziehen sich bis nach Rom) und Säkularisation (wenn man so will, die geistig moralische Elite der Bundesrepublik personifiziert in Hartmut von Hentig, Klaus von Dohnanyi, Richard von Weizsäcker, Marion Gräfin Dönhoff usw.) betrieben oder deckten „freundliche Annäherungen“. Der autoritäre Missbrauch der Gewalt wich nach und nach dem antiautoritären der penetranten Nähe. Anstelle der fatalen Schläge trat das fatale Streicheln.

Angesichts dieser Befunde stellt sich die Frage nach dem Wahren, Schönen und Guten völlig neu. In einprägsamen Szenen werden die o. g. Widersprüche zugespitzt und mit Ansprüchen der europäischen Geistesgeschichte konfrontiert, die mit Platons Phaidros ein waghalsiges Paradigma erbte.

Das Projekt

Ein für die Region einmaliges Projekt begibt sich auf die Spuren jener Zeit, die in der Kunst noch wahre Menschlichkeit suchte, das Schöne, Gute und Wahre. Die Klassik sah in den harmonischen Formen der Kunstwerke ein Modell, das für alle Menschen einen "Vorschein" der idealen Gesellschaft zeigte.

Wenn sich vom 27. – 30. Oktober 2011 Schauspieler, Sänger, Musiker, Tänzer und bildende Künstler in der HebelHalle Heidelberg unter dieser zentralen Idee treffen, bringen sie vorrangig Texte, Bilder und Kompositionen der Antike und Klassik zur Aufführung. Sie setzen sie in Bezug zu aktuellen Ereignissen und verweisen so auf ihre fortdauernde Aktualität und Lebendigkeit.

Der Abend beginnt thematisch mit der wechselseitigen Einwirkung von Orient und Okzident, ganz im Sinne von Goethes West-Östlichem Diwan. Tanzende Derwische kreisen zu altorientalischer Musik. Wenn diese sich fast beiläufig in Gregorianischen Gesang wandelt, wird die Brücke zwischen christlicher und islamischer Mystik spürbar. Ali Ungan, Martin Bärenz, Cris Gavazoni und Jutta Glaser wagen diesen musikalischen und thematischen Parforceritt über Zeiten und Kontinente.

WSG-342Oliver Groszer, ein international bekannter Jongleur, lässt nicht nur Bälle und Keulen wirbeln, sondern jongliert parallel dazu auch mit Platons Gedanken über das Schöne (Phaidros). Leichtigkeit und gedankliche Tiefe finden zu einer Harmonie, die dann zerstört wird, wenn er als ehemaliger Odenwaldschüler auf die dort übliche Praxis verweist, Platon als Kronzeugen für die sexuellen Übergriffe zu missbrauchen.

In einem vor den Augen der Zuschauer entstehenden Kunstraum, der sich füllt mit Projektionen bildender Künstler in Extremsituationen, trägt die bekannte Rezitatorin Verena Buss lebenspralle Szenen aus Ovids Metamorphosen vor…

Soviel sei bisher verraten. Die geschilderten Szenen sollen einen Eindruck vermitteln über Inhalt und Charakter der Texte, über Ästhetik und Atmosphäre der Darstellung. Der etwa zweistündige Abend gewinnt seine Gestalt aus unterschiedlichen Bildern und Ereignissen, deren zentrale Fragestellungen heißen:

WSG-436Können wir dieser klassischen Denkweise auch heute noch folgen? Trauen wir der aktuellen Kunst diesen zentralen Stellenwert (noch) zu? Was ist für uns Heutige wirklich und wahrhaftig, angesichts der medialen Aufrüstung, die zwischen Realität und Fiktion keine Grenze mehr kennt? Was ist über Zeiten und Räume hinweg das Verbindende im Kunstprozess?

Würden Schiller und Goethe die Ästhetisierung des Alltags dem Schönen zuordnen oder nicht eher dem schönen Schein, der die Oberfläche poliert statt zum Wesen der Dinge vorzudringen? Nicht zuletzt: Hat das Gute noch eine Chance, wenn selbst größte globale Katastrophen derart „designed“ werden, dass ihr Schrecken und ihre Grausamkeit im wahrsten Sinne aus dem Blick geraten?

Besetzung

Konzeption und Produktion: Hubert Habig
Musikalische Leitung: Jutta Glaser
Raum: Motz Tietze
Choreographie: Mario Heinemann
Dramaturgie: Christiane Adam
Produktionsassistenz: Erika Ebel
Marketing und Grafik: Gerhard Fontagnier

Mitwirkende: Martin Bärenz, Felix Berchtold, Verena Buss, Cris Gavazoni, Miriam Grimm, Jutta Glaser, Miriam Grimm, Oliver Groszer, Erim Güney, Florian Kaiser, Ali Ungan, Svetlana Wall

Vorstellungen am Do, 27. / Fr, 28. / Sa, 29. 10. 2011 jeweils um 20:00 Uhr

Podiumsgespräch in Kooperation mit der Goethe-Gesellschaft Heidelberg

So, 30.10. 2011 um 20:00 Uhr

WAS MACHT DIE KUNST?

Mit ausgewählten Programmpunkten der Aufführung

Mit dem Germanisten und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Jochen Hörisch, dem Psychotherapeuten Prof. Dr. Rainer Holm-Hadulla, der Schauspielerin und Dozentin Verena Buss, dem Chefdramaturgen des Mannheimer Nationaltheaters Ingoh Brux, dem Leiter des DAI Jakob Köllhofer, dem Regisseur Hubert Habig und dem freien Journalisten Arndt Krödel.

Presse / Bilder

 

Sampling Hamlet

Die Grundsituation lässt sich einfach beschreiben: Schauspieler probt mit der Souffleuse für die Rolle des Hamlet. Er will „seine Figur finden“. Dabei ist er längst unlösbar mit dieser verstrickt. Jede Distanz verliert sich im Durchforsten des Eigenen. Durch die Lust am Spiel mit dem eigenen Selbst, durch leidenschaftlich-komisches Scheitern wird Hamlet in allen Facetten seines Tuns vorgeführt; es ist ein Spiel mit Freund und Feind, mit sich selbst, seinen Gefühlen und Identitäten.

Vorgänge und Ereignisse

Sampling

sample / `sampl US `sempl / n (C) specimen; one of a number, part of a whole, taken to show what the rest is like…test a part of: spend an hour at the vintner´s sampling his wines. Auch Musiker schätzen den Sampler, um aus vorhandenem Material neue Sounds zu erschaffen.

Hubert Habig 130310_0346Sampling Hamlet - Uraufführung
von Hubert Habig

Daniela Zähl und Christian Birko-Flemming in Sampling Hamlet. Ziel der Arbeit ist zunächst die Dekonstruktion des klassischen Textes. In einem weiteren Schritt werden die Bruchstellen mit Material aus dem „persönlichen Fundus“ der Schauspieler (ganz im Sinne Stanislawskis) aufgefüllt. Aus beiden Segmenten entsteht eine neue Textur.

Ästhetik und Form/Inhalt

Wie kommt man auf den Geschmack? Im Spiel ist Tarnung erlaubt, ja, um es erfolgreich zu meistern, Voraussetzung für dessen Fortgang. Hamlet spielt mit dem Repertoire, das er in der Theatermaschinerie vorfindet. Einem neugierigen und egomanischen Kind gleich zerlegt er eherne Gattungsgesetze, um sie auf die ihm eigene Weise wieder zu montieren. Nachher ist nichts mehr wie vorher. „Welch Fest geht vor, dass du auf einen Schlag so viele Fürsten so blutig trafst?“ Die Akteure verlieren sich im Kampf der Ungereimtheiten. Die Kategorien sind wie bei Büchners Leonce „in der schändlichsten Verwirrung“.

Schauspielkunst

Im Hamlet bevölkert ein neuer Typus Schauspieler die Bühne, der sich ihrer Spannung von Schein und Sein in spezifischer Weise nähert. Seine diskursive Spielweise bestimmt nicht nur das Handeln der Hauptfigur, sie setzt sich fort bis in die dem Volkstheater entliehenen Nebenfiguren. Wenn der Totengräber in V, 1 darüber philosophiert, ob Ophelia angesichts des Freitods christlich beerdigt werden kann, übernimmt er die von Gerichtsfällen bekannte Dreiteilung imagination, resolution, perfection und überträgt sie auf sein Handlungsschema, to act, to do und to perform, das nach ihm unwissentliches, auch unreflektiertes, vom wissentlichen Handeln trennt. Indem Ophelia ins Wasser geht, um ihren Tod auszuführen bzw. aufzuführen, verletzt sie vermeintlich christliche Gebote, die solchen Freitod als Selbst- Mord brandmarken. In Wahrheit ist die Tat jedoch Folge ihres Wahn-Sinns und keinesfalls Ergebnis eines wohldurchdachten Kalküls.

Hamlet bewegt sich auf einem Grad, der zwischen Wahnsinn und Kalkül, zwischen Ereignis und Darstellung permanent wechselt. Mit den Worten des Totengräbers kommt das Wasser demnach zur Leiche, was heißt: sie ertränkt sich nicht selbst. Und: „wer am eigenen Tod nicht schuld ist, verkürzt sein eigenes Leben durchaus nicht.“ (V, 1 ) Der Geist des Vaters erscheint ihm ebenso, wie ihn der Wahn ereilt; aber er spielt auch mit beidem, setzt es ein, kultiviert es um seine Feinde damit zu schockieren, seine Zuschauer damit in seinen Bann zu ziehen. Die Dialoge mit dem Geist sind immer auch Theatermittel, also Behauptungen, sowohl gegenüber den Figuren der Handlung als auch gegenüber dem Publikum. Das Bild des Wahnsinns und das gleichzeitige Erschrecken davor bilden eine Einheit, die er als mimetische Mittel einsetzt und zugleich physisch erlebt.

Sowohl in den Handlungssequenzen des Stücks als auch in den von der Truppe gespielten Pantomimen werden mimetische Vorgänge gleichzeitig behauptet und hinterfragt. Dadurch wird auch der „echte“ Zuschauer in eine Position gedrängt, die ihn zu einer mimetischen Stellungnahme zwingt. Er kann sich nicht mehr heraushalten, andernfalls muss er gehen. Statt Illusionsraum bietet Shakespeares Hamlet einen zirkulären selbstreferentiellen Rahmen, der Handlung und Darstellung der Handlung gleichzeitig zum Objekt der Auseinandersetzung macht: Spielt Hamlet die Wahngebilde, zieht er sie also heran oder verfolgen sie ihn wirklich? Claudius spricht von Verwandlung Hamlets: „So nenn ich es, weil nicht der äußere, noch der innere Mensch dem ähnelt, was er war.“ (II, 2) Wenn er selbst die Darstellung seines Mords am Bruder durch die Schauspieltruppe aus Angst, dass ihn die Erregung verraten könnte, verlässt, holt ihn das begangene Verbrechen ebenso ein, wie Hamlet vom Geist seines Vaters nicht losgelassen wird. Shakespeare vertraut hier wie sein Protagonist Hamlet voll auf die Beweiskraft dieser mimetischen Vorgänge.

Shakespeares Hamlet

Prinz Hamlet erfährt vom Geist seines toten Vaters, dass dieser von dessen Bruder Claudius, dem jetzigen König von Dänemark, kaltblütig im Schlaf ermordet wurde. Der Geist fordert Hamlet zur Rache an dem Verbrecher auf.

Hamlet täuscht Wahnsinn vor um die Wahrheit zu erfahren und schließlich Rache an Claudius nehmen zu können. Nach einem Schauspiel, in dem Claudius seine Tat vor Augen geführt wird, weiß der König, dass Hamlet ihm gefährlich werden wird. Er beschließt, Hamlet nach England zu schicken und ihn dort ermorden zu lassen.
Auf der Reise kann Hamlet das Schicksal zu seinen Gunsten ändern, nach Dänemark zurück kehren und den Plan seiner Rache fortführen. Bevor er in einem Duell stirbt, erfüllt er noch den Auftrag seines Vaters und rächt dessen Mord.

Textgeschichte
Der Stoff entstammt der lateinischen Geschichte der Dänen, die von Saxo Grammaticus zwischen 1180 und 1208 verfasst wurde. Das vierte und fünfte Buch erzählt von dem jungen Prinzen Amlethus, der den Mord an seinem Vater Horwendil rächen möchte. Dazu täuscht er dem dänischen Hof und seinem Onkel Fengon Wahnsinn vor. Fengon bemerkt die Täuschung und versucht Amlethus durch Fallen und Tricks zum Scheitern zu bringen. Amlethus kann sich aber dank seiner eigenen List vor der Gefahr retten und schließlich Fengons Mord an seinem Vater rächen.

Eine ganze Reihe von Dichtern beschäftigte sich vor Shakespeare mit dieser Geschichte. François Belleforest schrieb 1567 den Bericht Saxos in abgeänderter Form in einer Serie tragischer Gedichte nieder. Das Schauspiel eines unbekannten Autors dieser Zeit hat die tragische Geschichte des dänischen Prinzen ebenfalls zum Inhalt.
Hinweise für einen "Ur-Hamlet" gibt es bereits 1589. Shakespeare schrieb sein Trauerspiel um 1600. Es ist jedoch unklar, welchen Quellen Shakespeare seinen HAMLET zu verdanken hat. Es ist anzunehmen, dass eine ganze Reihe von Inspirationen seinem Werk Pate standen.

Besetzung

Besetzung:
Hamlet: Christian Birko-Flemming
Souffleuse: Daniela Zähl
Regie: Hubert Habig
Ausstattung: Motz Tietze
Beratung: Helga Grimme

Rechte: Verlag Autorenagentur Berlin
Dauer: ca. 1:15 Std.

Hubert Habig 130310_0289Christian Birko-Flemming wurde 1979 in Limburg geboren. 2001-2004 absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Theaterakademie Mannheim. Währendessen spielte er bereits in verschiedenen Projekten der Mannheimer Off-Szene und an Theatern in der Region. 2005-2008 folgte ein festes Engagement an die Badische Landesbühne. Seit 2009 arbeitet er als freischaffender Schauspieler und Sprecher für Synchron, Funk und Fernsehen.

 

 

Hubert Habig 130310_0365Daniela Zähl wurde im Rheinland geboren und studierte zunächst Philosophie und Kunstgeschichte bevor sie über die Studiobühne Köln ihre Theaterleidenschaft entdeckte. Nach ersten Engagements in Köln und Düsseldorf ließ sie sich in Salzburg zur Schauspielerin ausbilden. Sie gehörte acht Jahre dem Ensemble der Elisabethbühne an (heute Schauspiel Salzburg).

Weitere Stationen waren Heidelberg, Coburg und Halle. Daniela Zähl hatte mehrere Auftritte in Fernsehproduktionen und spielte im Film "Emilia" (nach "Emilia Galotti" von Lessing) die Mutter der Titelrolle. Sie wirkte in zahlreichen Lesungen mit (u.a. Jüdische Kulturtage Heidelberg) und beschäftigte sich zuletzt intensiv mit dem Werk des Lyrikers Lothar Walsdorf. Heute lebt Daniela Zähl als freie Schauspielerin in Berlin.

Presse / Bilder

 

Im Niemandsland

„Den Zwanzigsten ging Lenz durch’s Gebirg. Es war als ginge ihm was nach, und als müsse ihn etwas Entsetzliches erreichen, etwas das Menschen nicht ertragen können, als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm. Endlich hörte er Stimmen, er sah Lichter, es wurde ihm leichter…“

Im Niemandsland - Lenz trifft Büchner

Niemandsland Info PLAKATLenz trifft Büchner
Texte von Georg Büchner in einer Bearbeitung von Hubert Habig

Bild:
Probefoto IM NIEMANDSLAND Copyright © Wolfgang Detering

„Den Zwanzigsten ging Lenz durch’s Gebirg. Es war als ginge ihm was nach, und als müsse ihn etwas Entsetzliches erreichen, etwas das Menschen nicht ertragen können, als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm. Endlich hörte er Stimmen, er sah Lichter, es wurde ihm leichter...“

 

Auf Georg Büchner, den jung verstorbenen Dichter und bedeutenden Mitbegründer der literarischen Moderne, richtet sich im laufenden und mehr noch im kommenden Jahr besondere Aufmerksamkeit. Denn der demokratische Revolutionär starb vor 175 Jahren und im Oktober 2013 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal.

Das Projekt

nld-104Für die Gruppe [Ak.T] waren es weniger die Gedenkjahre als vielmehr die Aktualität und Schönheit der Büchnerschen Texte, die den Impuls für das neue Projekt „Im Niemandsland – Lenz trifft Büchner“ gegeben haben. Anker der Inszenierung bildet die Erzählung „Lenz“, die als Beginn der modernen europäischen Prosa gilt. Dazu kommen Versatzstücke, Bruchteile und Passagen aus den Dramen „Dantons Tod“, „Leonce und Lena“ und „Woyzeck“.
Die Bühne der Hebelhalle in Heidelberg wird zu einem herausgehobenen Ort, der unwirtlich und finster sein, im nächsten Moment aber die tiefsten und herrlichsten Naturerlebnisse zulassen kann. Hier trifft der sensible Dichter Lenz auf verschiedene Figuren aus dem dramatischen Werk Büchners. Allesamt Getriebene, Entwurzelte, Heimatlose, die sich für Augenblicke gegenseitig fassen können; Halt und Nähe miteinander teilen, um anschließend wieder in den Kosmos ihrer existentiellen Einsamkeit zu sinken.

Vier Schauspieler und eine Sängerin entfalten einen Büchnerschen Sprach- und Klangteppich, der am 6. Oktober in der HebelHalle Heidelberg Premiere haben wird.

Produktion / Presse /Bilder

Regie: Hubert Habig
Bühne: Motz Tietze
Dramaturgie: Christiane Adam
Produktionsassistenz: Erika Ebel
Regieassistenz: Marit Kienhöfer

Unterstützer und Kooperationspartner:
Hebel Halle, Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg e.V., Fahrwerk Ambiente Marketing, Stadt Heidelberg Kulturamt, Heidelberger Volksbank, Pädagogische Hochschule Heidelberg, Sparkasse Heidelberg, Rhein-Neckar-Zeitung

Presseecho:
Mannheimer Morgen 8. Oktober 2012

 

 

Die Grünen Schuhe

Dein Ort ist
wo Augen dich ansehen
Wo sich die Augen treffen
entstehst du

Hilde Domin: Es gibt dich

Copyright © SyrienHilfe e.V.

In den letzen Jahren haben Wanderbewegungen auf der ganzen Welt drastisch zugenommen. Die Gründe für das Verlassen der Heimat sind vielfältig: bittere Not, politische Verfolgung, Krieg, Vertreibung, Genozid an ethnischen Gruppen.
Das multimediale Theaterprojekt „Die grünen Schuhe- Leben auf der Flucht“ reagiert künstlerisch auf die Ankunft vieler Reisender im Delta. Das Leitungsteam des [Ak.T]–heater Heidelberg entwickelt mit Künstlern und betroffenen Reisenden verschiedene Fragestellungen: Was muss einem Menschen widerfahren, dass er seine Heimat flieht? Welche Wünsche/Hoffnungen treiben die Asylsuchenden zu uns? Welche Werte vertreten wir? Warum sind wir zu Hilfe/ Aufnahme verpflichtet? Was gilt es zu verteidigen, zu vermeiden, zu überwinden? Wie stellen wir uns zu den Mächtigen? Wo treten wir in Widerstand? Wem halten wir die Treue?
Aus szenisch-improvisierten Texten, Interviews, mit Hilfe von literarischen Texten, mit Videomaterial, aber auch mit der Musik einer multiethnischen Band entsteht ein Theaterabend, der die zentralen Fragen des Probendiskurses sinnlich mit den Zuschauern teilt.
Zentrum bleibt dabei die vielschichtige Auseinandersetzung mit den Fragen um das Verhältnis von Eigenem und Fremden in uns.

Das neue Projekt - Leben auf der Flucht

imageEine Theaterperformance vom Verlieren und Finden

Menschen begeben sich auf die Flucht. Sie fliehen vor Verfolgung, Terror, Krieg und Armut… Große Ströme machen sich auf den Weg, quer durch Länder, über Grenzen hinweg, über die Ozeane und kommen irgendwo an. Manche auch genau hier.

Da ist zum Beispiel die Mutter, die drei Holzkisten packt. Hinein kommt nur das Nötigste: die Federbetten gegen die Kälte, das gute Küchenmesser, ein Fotoalbum. Das Mädchen kann immer nur an die grünen Schuhe denken, die zurückgeblieben sind. Sie sieht sie stehen vor der Tür der alten Wohnung. Sie waren ganz neu und wunderschön. Das war in Polen 1952. Eine Frau in Heidelberg erinnert sich an das Mädchen, das sie einmal war, ein Mädchen mit grünen Schuhen in Polen 1952.

Was hat der Mann zurückgelassen, der in Badeschuhen 2014 durch einen Heidelberger Vorort läuft? Acht Kinder hat er mitgebracht, aber keine Frau. Was hat die Frau verloren, die ganz allein von Afghanistan nach Heidelberg gekommen ist?

Gibt es ein unsichtbares Band, das die Geschichten von Verlust verbindet und vielleicht zusammenhalten kann, auch wenn Zeit und Umstände sich ganz verschieden zeigen? Kann durch Kunst, durch Sprache, durch Theater das Verlorene in neuen Bildern auferstehen? Können die grünen Schuhe auf der Bühne wieder tanzen?

Ziele

Asylbewerber04Foto: Andreas Bohnenstengel Diesen forschungsleitenden Fragen stellt sich Ak.T-Theater Heidelberg, ein Zusammenschluss professioneller freischaffender Theaterkünstler_innen, die in ihrer neuen Produktion „Die grünen Schuhe“ ihre bisher genreübergreifende Arbeit in soziokultureller Hinsicht öffnen und sowohl mit Flüchtlingen, die in Heidelberg leben als auch mit Menschen mit Flüchtlingserfahrungen aus der deutschen Vergangen-heit zusammen arbeiten wollen. Ziel der Arbeit ist ein aus den (biographischen) Geschichten der Teilnehmer_innen entwickeltes Theaterstück, das mit den Mitteln Schauspiel, Gesang, Musik und Tanz in den neu geschaffenen Heidelberger Flüchtlingsunterkünften mehrfach zur Aufführung kommen soll. Durch das Projekt werden verschiedene gesellschaftliche Gruppen (Künstler_innen, Flüchtlinge, ehemalige Flüchtlinge, Theaterpublikum) zusammenfinden, sich erzählen und zuhören, sich darstellen und zuschauen und somit ein gemeinsames Verständnis für die menschliche Erfahrung „Verlust und Hoffnung“ entwickeln.

Vorbereitung des Projektes

In Kooperation mit Heidelberger Initiativen wie der Save Me-Kampagne, Asylarbeitskreis e.V., dem Heidelberger Zentrum für Migrations-forschung und transkulturelle Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg und Seniorenverbänden werden interessierte Teilnehmer_innen angesprochen. Es werden Menschen gesucht, die sich mit ihrer eigenen und mit fremden Flüchtlingsgeschichten beschäftigen und diese zum Ausdruck bringen wollen.

fill_618x322_original_DSC02198

Aktivitäten

In vorbereitenden Workshops, in die auch die professionellen Künstler eingebunden sind, werden Geschichten erzählt und gesammelt. Ausgangspunkt sind immer die grünen Schuhe, die als Protagonisten der ersten Geschichte Anknüpf-ungspunkte für neue Facetten und Weiterentwicklungen bieten. So soll ein Geschichten-Netzwerk entstehen, das festgehalten und dokumentiert wird. Ausgehend von den (biographischen) Materialien und Textfragmenten werden szenische und musikalische Improvisationen entwickelt. Diese können durch Texte aus der Literatur ergänzt werden. In diesem Arbeitsschritt wird sich wahrscheinlich ein engerer Teilnehmerkreis herauskristallisieren, der bereit und in der Lage ist, später auf der Bühne zu agieren. Wünschenswert wäre ein Gleichgewicht zwischen professionellen und nicht-professionellen Mitwirkenden herzustellen. In einem nächsten Schritt werden die bis dahin entstandenen Ergebnisse gesichtet und ausgewählt. Es wird eine Textfassung erstellt, die fortan die Grundlage der weiteren Probenarbeit sein wird. Am Ende steht eine geschlossene Performance aus den Elementen Erzählung, Schauspiel, Tanz/Bewegung und Gesang. Neben den Aufführungen ist eine Veröffentlichung der literarischen Zeugnisse und eine Dokumentation des Entstehungsprozesses der Inszenierung und der Aufführungsgeschichte gemeinsam mit den Kooperationspartnern in Buchform geplant.

Besetzung / Karten

Darsteller:

  • Madi Sarr: John Ekow Ampan, Madi Sarr, Ritual-Tänzer, Filmdarsteller
  • Edgar Diel: Reisender, Journalist, Mann der Wüste
  • Svetlana Wall: Vida 1, Huriya Awwan, Vida 2
  • Babuarr Ceesey: Mann mit Koffer, Babuarr Ceesey, Gedichte-Rezitator
  • Elisabeth Schlicksupp: Schleuser Emir, Reisebüro-Unternehmerin
  • Tina Hüther: Filmdarstellerin
  • Lieselotte Kudlocz: Filmdarstellerin

Musiker:

  • Soloman Beyenne: Elektro-Zither, Gesang
  • Babuarr Ceesay: Trommel, Gesang
  • Jutta Glaser: Gitarre, Shruti-Box, Gesang
  • Jim Godfrey: Flügel
  • Buba Jawarra: Trommel
  • Madi Sarr: Trommel, Hip Hop
  • Enis Zekir: Percussion
  • Daniyl Ahmed: Orientalische Flöten

Leitung:

  • Idee: Christiane Adam
  • Text und Regie: Hubert Habig
  • Mitarbeit: Barbara Wachendorff
  • Musikalische Ltg.: Jutta Glaser
  • Videos: Bernhard Rang
  • Raum und Licht: Motz Tietze
  • Kostüme: Marcella Snaselova
  • Produktionsassistenz: Tina Hüther

In Kooperation mit dem Unterwegstheater Heidelberg.
Dank an: Jai Gonzales, Bernhard Fauser und Hamid Moradi für die Unterstützung.

Karten:

[Ak.T] 06223-8089510, RNZ VVK 06221-5191210. www.akt-heidelberg.de und an allen reservix-Vorverkaufsstellen.

Reservix2

VVK 15,- / 12,- Euro zzgl. VVK-Gebühr und AK 18,- / 13,- Euro jeweils pro Vorstellung und Zusatzveranstaltung.

Presseecho / Video (Tagesthemen)